Kapitel 1
1101 in einem kleinen Hause in einer fernen Stadt
Die reichen Eheleute Jakob und Ludmilla Eisenbach waren unglaublich glücklich. Ludmilla hatte soeben ihren Sohn geboren. Kurz darauf entschieden sie sich, ihn Josef zu nennen. Josef hatte die Möglichkeit, aufgrund des Reichtums seiner Eltern ein unbeschwertes Leben zu führen. Zumindest bis zu seinem 15. Lebensjahr…
Kapitel 2
1117 in einem Haus, nahe Ottonia
Aufgewühlt stürmte der 15-Jährige Josef ins Haus seiner Eltern. Als sein Vater Jakob fragte, was denn los sei, antwortete Josef: „Habt ihr es denn nicht gehört? Eine Gruppe aufständischer Bauern haben einen Widerstand gegen das Königshaus gewagt! Alle jungen Männer werden angehalten, sich dem Land als Soldaten zu verpflichten!“ „Und was interessiert dich das?“, fragte Ludmilla. „Ich…“, stotterte er, „Ich habe beschlossen, Soldat zu werden.“ „Niemals!“, rief Jakob. Indes versuchte seine Mutter ihn zu beschwichtigen, aber es half nichts. „Versteht doch, ich will doch nur meinem Land dienen!“, sagte Josef, worauf Jakob antwortete: „Wenn du Soldat wirst, bist du nicht mehr mein Sohn! Ich werde dich enterben!“ Alexander ging zur Tür und rief: „Deine Entscheidung! Du solltest nur hoffen, dass du noch einen Erben findest, alter Mann!“. Er knallte die Tür lautstark zu, sodass sich die Angeln bogen uns verschwand.
Kapitel 3
1117 auf den Schlachtfeldern vor der Königsstadt
Josefs Herz pochte; gleich würde er in seine erste Schlacht marschieren. Er sollte mit seiner Truppe einen kleinen Truppenverband angreifen. Sie marschierten direkt so, dass sie den Truppenverband frontal attackieren würden. Da erblickten die Männer in der ersten Reihe den Feind. Josefs Seite machte sich bereit zum Angriff. Doch da erblickten auch die Feinde Josefs Kameraden. Sie liefen weg und flüchteten in ein von Hügeln umringtes Tal. Josefs Trupp lief den deutlich unterlegenen Gegnern nach. Als Josef das Tal und die seelenruhig dort wartenden Gegner erspähte, lief er zum Hauptmann und sagte: „Bei allem Respekt, Herr Hauptmann, das kommt mir sehr verdächtig vor!“ „Was denn, Soldat?“, fragte der Anführer mit barscher Stimme. „Nun, die Feinde warten dort, als könnten wir ihnen nichts tun. Ich wittere eine Finte.“, erläuterte Josef seine Ansichten. Da fragte der Hauptmann: „Wer von uns beiden ist hier der Anführer?“ „Ihr natürlich, Herr Hauptmann, aber ich...“ Da verpasste der Hauptmann Josef eine Ohrfeige. „Genau, Soldat! Und wenn du diesem Strategen noch einmal Widerworte gibst, fängst du dir noch eine! Und jetzt zurück in Formation, Bürschchen!" „Jawohl!“, Josef war unwohl. Er wusste genau, dass er aus diesem Tal wahrscheinlich nicht mehr lebendig herauskäme. Doch da fragte er sich, wofür er überhaupt noch leben sollte und rannte mit den anderen ins Tal hinab. Da strömten hunderte weitere Aufständische aus den Hügeln. Josef und seine Einheit waren umzingelt. „Zusammen bleiben und...“ weiter kam der Hauptmann nicht, als plötzlich ein Pfeil aus seiner Brust ragte. Josef sah seine Gelegenheit und rief: „In Gruppen von ungefähr 15 Mann aufteilen und ausschwärmen!“ Und die Männer gehorchten! Ob es nun der Drang zum Gehorchen war, dem die Soldaten folgten, oder ob sie nur verwirrt waren, wusste Josef nicht. So konnten sie die Feinde einigermaßen abwehren. Als Josef allerdings klar wurde, dass er und seine Männer die Feinde nicht aufhalten konnten, befahl den Rückzug. Auch auf diesen Befehl hörten alle, da der Ausgang dieser Schlacht für jeden ersichtlich war. Als sie am Rand des Tals waren, befahl Josef allen Bogenschützen aus den Hügeln heraus zu schießen. Der Rest sollte den Weg zum Tal verteidigen. Tatsächlich, man mochte seinen Augen kaum trauen: Fast die komplette feindliche Armee wurde vernichtet. Und so nahm der Krieg drei weitere Jahre seinen Lauf. Am Ende gewann zwar das Königshaus den Krieg, doch Josef hatte keinen Ort, an den er zurückkehren könnte. Da seine Eltern ihn enterbt und verstoßen hatten, musste er auf der Straße leben.
Kapitel 4
1126 in einem Land, weit weg von den Ottonischen Landen
Ein von den Jahren geistig und körperlich geprägter Josef stand am Eingang eines Freudenhauses. Er ging hinein und ging zu einem Tisch an dem gerade begonnen wurde, Karten zu spielen. Er wollte auf einen Trick zurückgreifen, von dem er auf der Straße von Wettbetrügern gehört hatte. Er hatte unauffällig ein unschlagbares Blatt im Ärmel versteckt. Er setzte einen Einsatz von hundert Thalern, welchen er nicht einmal besaß und begann zu spielen. Der Mann gegenüber von ihm blickte ihn siegessicher an, doch Josef blickte ebenso siegessicher zurück. Josef war, weil er als letzter gekommen war, auch als letzter an der Reihe. So war es Sitte beim Kartenspiel. Nachdem der Mann gegenüber von Josef gelegt hatte, blickte er verunsichert. Josef warf unbemerkt einen Stein gegen einen Tisch mit Bierkrügen, welche zerschellten und umkippten. In der Sekunde der Ablenkung seiner Mitspieler holte Josef sein eigenes Kartendeck aus dem Ärmel und legte seine Karten, als seine Mitspieler wieder dem Spielgeschehen folgten. Wenige Runden später gewann er die Partie und verließ das Glücksspielnest mit 20 funkelnden Silberlingen. So lebte er problemlos ein normales Leben.
Kapitel 5
1129 in einer Hafenstadt
Nach einer gewaltigen Zecherei in einer Kneipe nah am Hafen sah Josef, dass dort jemand ein Buch in der Kneipe vergessen hatte. Er las den Titel. Er lautete: „Alexander Eisenbachs Tagebuch“. Josef lallte voll Trunkenheit: „Eisöbach? Ich hei‘e Eisnbach! A.. Aber ich hei..hei…heiße doch nüsch Ale‘andää!“ Er nahm es kurzerhand mit und sackte müde in einer Ecke zusammen. Nachdem Josef seinen Rausch ausschlief und ein wenig in dem Buch las, wurde ihm klar, dass dieser Alexander wohl sein Bruder sein musste. Durch weitere Recherchen wurde ihm klar, dass Alexander in einem Land namens Ottonien leben musste. Nach kurzer Überlegung entschloss er sich, auch nach Ottonien zu gehen, um seinen Bruder zu treffen. Also nahm er das letzte Schiff für diesen Tag und stach in See, Richtung des fernen unbekannten Landes mit dem Namen „Ottonien“.
Kapitel 6
1129 in Ottonien
Nachdem Josef sich durch zig Kneipen und Tavernen gefragt hatte, fand er die Adresse von diesem Alexander heraus. Nach wiederum monatelangem Briefverkehr konnte er auch ein Treffen vereinbaren. Josef lief auf einem Landweg, sichtlich in Hektik, weil er in einer Kneipe versackt war und nun zu spät zu seinem Treffen mit Alexander kommen würde. Er sah, wie dieser nervös am vereinbarten Treffpunkt wartete. Da trat Josef auf einen Ast, woraufhin Alexander sich umdrehte um den Fremden fragend zu mustern. Josef sagte erklärend: „Ich bin es, dein Bruder Josef!“ und tatsächlich, Alexander konnte es erkennen. Dieser Fremde hatte die Nase seines Vaters und die Augen seiner Mutter. Es konnte nur so sein, er musste sein Bruder Josef sein. Doch… wie sah er denn aus? Und was war das für ein abartiger Geruch? Doch in diesem Moment war das egal. Alexander umarmte seinen verlorenen Bruder Josef und sie gingen in ein Dorf namens Gallipoli.