[Tagebuch] Nebel

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Dichte Nebelschwaden liegen auf den Hügeln und die Grashalme biegen sich leicht unter dem Gewicht des Raureifes, welcher sich an ihnen fest verzahnt zu haben scheint. Einzelne Strahlen der Abendsonne dringen gebündelt durch die Nebeldecke, doch ein Großteil des Lichts wird von der grauen Masse verschluckt, genauso wie sämtliche Laute, denn über dem Feld liegt eine unheimliche Stille von einer solchen natur, wie man sie sonst nirgends vorzufinden wagt.

Ein monotones Klacken durchdringt die Stille und hallt über die Hügel. Ein Reiter erscheint am Horizont, aufrecht sitzend und den Blick scharf geradeaus gerichtet. Sein Gesicht ist gezeichnet von einem kurzen aber sorgenvollen Leben und eine leicht verblasste Narbe ziert sein linkes Auge. Er ist in einen schwarzen Mantel gehüllt, hinter welchem ein zerfetzter und löchriger Umhang im lau wehenden Wind hin und her zappelt, als wolle er der gespenstischen Umgebung entfliehen. Der Unbekannte reitet so noch ein ganzes Stück weiter schnurstracks in die Richtung, welche er seinem Ross lediglich mit den Augen vorzugeben scheint. Dann hält er auf der Spitze einer Erhöhung an.

Er verharrt dort einige Minuten und schaut angespannt und mit wachsamen Blick über die sich vor ihm erstreckende Landschaft. Lanzen mit zerfetzten Bannern, abgebrochene Pfeile und Schwerter liegen über dem blutdurchtränkten Schlamm, welcher sich wie in einem See am Grund der Ebene gesammelt hat. Hier und Da schaut vereinzelt noch ein Rad oder der Kadaver eines Pferdes aus dem Boden, Helme und Schilde liegen auf dem Boden und an den Hängen der umliegenden Hügel verstreut. 

Der Reiter schwingt sich galant von seinem Pferd und läuft in Windeseile auf eine der Lanzen zu, reißt eines der sich daran befindlichen Banner herunter und betrachtet es eine Weile lang stillschweigend. Seine Miene scheint sich zu verfinstern, seine Hände fangen an zu zittern und sein Atem wird von Atemzug zu Atemzug schneller.

Wie besessen dreht er sich um, sprintet zu seinem Pferd, schwingt sich auf und gibt dem Pferd die Sporen. Er beugt sich zu den Ohren des Pferdes und flüstert: 

Verzeih mir, Freund, doch nun müssen wir uns beeilen. Wir waren viel zu lang fort.

Hinter den Hufen des Pferdes, welches so schnell gallopiert, das man unmöglich ein Bein vom Anderen hätte unterscheiden können, bildet sich eine graue Wolke, durchbrochen von einigen vom boden aufgeschleuderten Erd- und Schlammpartikeln, welche eine klare Sicht über die Landschaft nun vollends unmöglich machen. 

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du hat det dis vergesn

 

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hadda ned

Die Zeit ist aus den Fugen: Schmach und Gram, daß ich zur Welt, sie einzurichten kam!